Kurz gesagt: Bei KI-Massenanrufen, auch Batch Calling genannt, ruft ein KI-Voice-Agent eine Liste von Telefonnummern an und führt mit jedem Angerufenen ein echtes Gespräch. Am meisten bringt das bei Anrufen, die Ihre Kunden erwarten: Terminerinnerungen, fehlende Unterlagen, Zahlungs- und Lieferinformationen, Rückrufe auf Anfragen. Diese Anrufe sind keine Werbung und brauchen keine Werbe-Einwilligung. Kaltakquise bei Verbrauchern bleibt verboten, mit oder ohne KI. In EchoCall legen Sie eine Kampagne mit bis zu 10.000 Empfängern an, bezahlt wird nach Gesprächsminuten, rund 0,30 Euro je Minute.
Was Batch Calling ist, und was es nicht ist
Drei Dinge werden oft verwechselt:
| Verfahren | Was passiert | Was der Angerufene erlebt |
|---|---|---|
| Anrufautomat mit Bandansage | eine Maschine wählt und spielt eine aufgezeichnete Nachricht ab | eine Ansage, keine Rückfrage möglich |
| Predictive Dialer im Call Center | eine Software wählt vor, ein Mensch übernimmt, sobald jemand abnimmt | oft eine Pause, dann ein Mensch |
| KI-Batch-Calling | ein KI-Agent wählt jede Nummer der Liste und führt das Gespräch selbst | ein Gespräch mit Rückfragen, Termin, Ergebnis |
Der Unterschied zur Bandansage: Der Angerufene kann antworten, nachfragen, verschieben. Der Unterschied zum Predictive Dialer: Es wartet kein Mensch auf das nächste Gespräch, und niemand landet in einer stummen Leitung.
Welche Kampagnen sich lohnen und erlaubt sind
Ob eine Kampagne rechtlich unproblematisch ist, entscheidet fast immer eine Frage: Ist der Anruf Werbung? § 7 UWG regelt Werbeanrufe. [1] Anrufe, die einen bestehenden Vertrag oder eine Anfrage des Kunden abwickeln, sind keine Werbung.
| Kampagne | Ist es Werbung? | Einschätzung |
|---|---|---|
| Rückruf auf eine Anfrage (Formular, Mailbox, Chat) | nein, solange es um die Anfrage geht | erlaubt |
| Terminbestätigung und Terminerinnerung | nein, Durchführung eines Vertrags | erlaubt |
| Fehlende Unterlagen anfordern | nein, Durchführung eines Vertrags | erlaubt |
| Liefer- und Zahlungsinformationen, freundliche Erinnerung | nein, Durchführung eines Vertrags | erlaubt |
| Erinnerung an eine Veranstaltung, für die jemand angemeldet ist | nein, solange keine neuen Angebote dazukommen | erlaubt |
| Zufriedenheitsbefragung | Gerichte werten sie regelmäßig als Werbung | nur mit Einwilligung |
| Rückgewinnung ehemaliger Privatkunden | ja | nur mit ausdrücklicher Einwilligung |
| Kaltakquise bei Verbrauchern | ja | verboten |
| Erstansprache von Unternehmen durch KI | ja | Einwilligung empfohlen, sonst Abmahnrisiko |
Die letzte Zeile ist die heikle. Ob ein KI-Agent als "automatische Anrufmaschine" gilt, für die auch im B2B eine ausdrückliche Einwilligung nötig ist, hat noch kein Gericht entschieden. Die ganze Herleitung mit Gesetzestext, Bußgeldern und den Regeln in Österreich, der Schweiz, UK und den USA steht im Leitfaden zur KI-Kaltakquise.
Ein Serviceanruf bleibt nur so lange ein Serviceanruf, wie er beim Thema bleibt. Wer bei der Terminerinnerung noch schnell ein Zusatzpaket anbietet, macht daraus einen Werbeanruf. Das gehört deshalb in den Prompt: Der Agent bietet nichts an, wonach nicht gefragt wurde.
Fünf Kampagnen, die sich in der Praxis rechnen
- Terminerinnerung am Vortag. Arztpraxen, Werkstätten, Kosmetikstudios, Behörden. Der Agent bestätigt den Termin, verschiebt ihn auf Wunsch direkt im Kalender oder gibt ihn frei. Ein frei gewordener Termin kann noch am selben Tag neu vergeben werden. Mehr dazu für Arztpraxen.
- Fehlende Unterlagen. Steuerberater, Versicherungsmakler, Hausverwaltungen. Der Agent sagt, was fehlt, bis wann und wie es eingereicht wird. Das spart die Liste mit Rückrufen, die sonst am Freitagnachmittag liegen bleibt. Siehe Kanzleien und Steuerberater.
- Rückruf auf Anfragen. Wer abends ein Formular ausfüllt, wird am nächsten Morgen als Erster angerufen, nicht erst, wenn der Vertrieb Zeit hat. Wie das Vorqualifizieren funktioniert, steht in Lead-Qualifizierung mit KI-Voice-Agents.
- Freundliche Zahlungserinnerung. Der Agent erinnert an eine offene Rechnung, nennt Betrag und Fälligkeit und nimmt auf, wenn jemand Rückfragen hat oder eine Ratenzahlung wünscht. Er droht nicht und treibt nichts ein. Das bleibt bei Ihnen.
- Rückgewinnung mit Einwilligung. Kunden, die ausdrücklich zugestimmt haben, informiert zu werden, lassen sich gezielt ansprechen. Wie Sie die Einwilligung sauber einholen, zeigt Kundenrückgewinnung mit KI.
So setzen Sie eine Kampagne in EchoCall auf
- Einen eigenen Agenten für die Kampagne anlegen. Ein Agent, ein Ziel. Der Prompt beschreibt, warum angerufen wird, was das Ergebnis sein soll und wann das Gespräch höflich endet. Der erste Satz nennt Ihr Unternehmen, den Anlass und dass hier eine KI spricht.
- Absendernummer wählen. Die Kampagne ruft von einer Nummer aus Ihrem EchoHub an. Nutzen Sie eine Nummer, unter der Sie auch zurückgerufen werden können.
- Liste hochladen. Als CSV-Datei mit Telefonnummer und Name oder als manuelle Liste, bis zu 10.000 Empfänger je Kampagne. Über die Programmierschnittstelle (API) legen Sie Kampagnen direkt aus Ihrem System an.
- Liste bereinigen, bevor sie hochgeladen wird. Doppelte Nummern raus, Widersprüche raus, nur Kontakte, für die der Anlass stimmt. EchoCall gleicht keine Sperrliste automatisch ab. Das ist Ihre Aufgabe, und sie ist wichtig.
- Startzeit festlegen. Sofort oder geplant. Ein Gesetz mit festen Anrufzeiten gibt es in Deutschland nicht, aber niemand freut sich über eine Terminerinnerung um 20:30 Uhr. Teilen Sie große Listen in mehrere Kampagnen mit eigenen Startzeiten.
- Klein anfangen, dann auswerten. Erst 20 Nummern, die Transkripte lesen, den Prompt schärfen. Die Kampagnenansicht zeigt Status, erfolgreiche Anrufe, Kosten und den Gesprächsverlauf. Laufende oder geplante Kampagnen lassen sich jederzeit abbrechen.
Wie ein KI-Agent im Outbound mit Einwänden umgeht
Ein Voice-Agent reagiert auf Einwände so, wie Sie es im Prompt festlegen. Er hat kein eigenes Verkaufstalent und sollte auch keins vorspielen. Bewährt hat sich, die häufigsten Einwände mit einer festen Antwort zu hinterlegen:
| Einwand | Gute Reaktion des Agenten |
|---|---|
| "Ich habe gerade keine Zeit." | Einen besseren Zeitpunkt anbieten oder einen Termin im Kalender buchen. |
| "Woher haben Sie meine Nummer?" | Die Herkunft nennen, so wie Sie es im Prompt hinterlegt haben. |
| "Schicken Sie mir das per Mail." | Die E-Mail-Adresse bestätigen und über Gmail oder SMTP eine E-Mail senden lassen. |
| "Ich will mit einem Menschen sprechen." | An eine Rufnummer Ihres Teams weiterleiten oder einen Rückruf zusagen. |
| "Kein Interesse." | Freundlich beenden. Kein zweiter Versuch. |
| "Rufen Sie mich nicht mehr an." | Bestätigen, beenden und den Widerspruch an Ihr System weitergeben. |
Zwei Regeln sind wichtiger als jede Formulierung. Erstens: Ein Nein ist ein Nein. Ein Agent, der nachhakt, ärgert Menschen schneller als ein Mitarbeiter, weil jeder spürt, dass hier ein Skript läuft. Zweitens: Der Agent verspricht nichts, was nicht im Prompt steht, also keine Rabatte, keine Fristen, keine Sonderkonditionen.
Ein Teil der Anrufe landet auf der Mailbox. Mit der Mailbox-Erkennung kann der Agent erkennen, ob ein Mensch oder eine Mailbox abnimmt. Testen Sie, wie sich das bei Ihren Kontakten verhält, bevor Sie eine große Liste starten.
Wann der Agent an einen Menschen übergibt
Ein guter Agent kennt seine Grenzen, aber nur, wenn Sie sie ihm nennen. Eine automatische Erkennung von Emotionen, die selbstständig eskaliert, liefert EchoCall nicht. Sie legen im Prompt fest, wann der Agent übergibt:
- Der Angerufene verlangt ausdrücklich einen Menschen.
- Es geht um eine Beschwerde, einen Schaden oder eine rechtliche Frage.
- Es geht um einen Auftrag oberhalb einer Grenze, die Sie festlegen.
- Der Agent findet die Antwort nicht in seinem Wissen.
Am Telefon verbindet der Agent dann mit einer Rufnummer Ihres Teams. Für Zeiten, in denen niemand erreichbar ist, legen Sie fest, dass er stattdessen eine Rückrufbitte aufnimmt und weitergibt. Jedes Gespräch steht danach als Transkript im Dashboard.
Was eine Kampagne kostet: eine Beispielrechnung
Abgerechnet werden Gesprächsminuten aus Ihrem Voice-Paket. In allen Paketen liegt die Minute bei rund 0,30 Euro. [2] Eingehende und ausgehende Gespräche kommen aus demselben Paket.
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Empfänger | 400 Terminerinnerungen |
| durchschnittliche Gesprächsdauer | 1,5 Minuten |
| Gesprächsminuten | 600 |
| Kosten bei rund 0,30 € je Minute | rund 180 € |
Wie lang ein Gespräch dauert, hängt von Ihrem Prompt ab. Eine Erinnerung mit "Passt der Termin?" dauert unter einer Minute. Ein Rückruf mit Vorqualifizierung eher drei bis fünf.
Rein rechnerisch ist die Gesprächsminute eines Menschen kaum teurer: Ein Call-Center-Agent kostet mit Arbeitgeberanteil rund 0,35 Euro je Arbeitsminute, die Herleitung steht in unserer KI-Voice-Agent-Statistik. Der Unterschied liegt woanders. Ein Mensch wählt nacheinander, wartet auf Freizeichen, landet auf Mailboxen und dokumentiert danach. 400 Anrufe sind für eine Person mehrere Arbeitstage. Eine Kampagne ruft mehrere Nummern gleichzeitig an, und jedes Gespräch steht danach als Transkript im Dashboard.
Regeln, die für jede Kampagne gelten
- KI-Hinweis: Seit dem 2. August 2026 müssen Angerufene erfahren, dass sie mit einer KI sprechen (Art. 50 KI-Verordnung). [3] Gehört in den ersten Satz.
- Rufnummer anzeigen: Wer zu Werbezwecken anruft, darf seine Nummer nicht unterdrücken, das Bußgeld beträgt bis zu 300.000 Euro. [4] Auch bei Serviceanrufen gilt: Eine sichtbare Nummer, unter der jemand zurückrufen kann, schafft Vertrauen.
- Datenschutz: Sie brauchen eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO, bei Serviceanrufen meist die Vertragserfüllung. Wer der Nutzung widerspricht, kommt auf Ihre Sperrliste. [5]
- Herkunft der Nummer: Haben Sie die Nummer nicht von der Person selbst, müssen Sie ihr spätestens beim ersten Kontakt sagen, woher die Daten stammen (Art. 14 DSGVO). [5]
- Einwilligung dokumentieren: Für Telefonwerbung bei Verbrauchern verlangt § 7a UWG, dass Sie die Einwilligung dokumentieren und den Nachweis fünf Jahre aufbewahren. [7]
- Auftragsverarbeitung: Ihr Anbieter verarbeitet die Gespräche in Ihrem Auftrag. Dafür brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
- Aufzeichnung: Audioaufzeichnung lässt sich je Agent abschalten. Wenn aufgezeichnet wird, sagt der Agent es am Anfang.
- Anrufe in die USA: Dort gelten feste Anrufzeiten von 8 bis 21 Uhr Ortszeit des Angerufenen und strenge Einwilligungsregeln für KI-Stimmen. [6]
Wo die Grenzen liegen
- Mailbox und Nichterreichen. Nicht jeder nimmt ab. Planen Sie für wichtige Anliegen einen zweiten Kanal ein, etwa E-Mail oder SMS aus Ihrem eigenen System.
- Heikle Gespräche. Kündigungen, Mahnungen mit rechtlichen Folgen, Gesundheitsbefunde: Das gehört zu einem Menschen.
- Schlechte Listen. Falsche Nummern, veraltete Namen, fehlender Anlass. Die beste KI rettet keine schlechte Liste.
- Verkauf ohne Einwilligung. Siehe Tabelle oben. Eine KI macht einen verbotenen Anruf nicht erlaubt, sie macht ihn nur schneller.
Häufige Fragen zu KI-Massenanrufen und Batch Calling
Ist Batch Calling mit KI in Deutschland erlaubt?
Für Anrufe, die einen Vertrag oder eine Anfrage abwickeln, ja: Terminerinnerungen, fehlende Unterlagen, Liefer- und Zahlungsinformationen, Rückrufe. Das sind keine Werbeanrufe. Werbeanrufe bei Verbrauchern brauchen eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, auch mit KI.
Wie viele Empfänger kann eine Kampagne haben?
In EchoCall bis zu 10.000 Empfänger je Kampagne. Größere Listen teilen Sie in mehrere Kampagnen, das ist wegen der Startzeiten ohnehin sinnvoll.
Prüft EchoCall automatisch, ob ich jemanden anrufen darf?
Nein. EchoCall prüft keine Einwilligungen und gleicht keine Sperrliste ab. Sie laden nur Kontakte hoch, bei denen der Anlass stimmt, und pflegen Widersprüche in Ihrem eigenen System.
Was kostet eine KI-Anrufkampagne?
Sie zahlen die Gesprächsminuten, rund 0,30 Euro je Minute aus Ihrem Voice-Paket. 400 Terminerinnerungen mit durchschnittlich anderthalb Minuten kosten damit rund 180 Euro. Eine Einrichtungsgebühr gibt es nicht.
Kann der Agent auf Rückfragen und Einwände eingehen?
Ja. Der Agent führt ein Gespräch, kein starres Skript. Er beantwortet Fragen aus seiner Wissensbasis, verschiebt Termine im Kalender und leitet an einen Menschen weiter, wenn Sie eine Nummer dafür hinterlegt haben. Für die häufigsten Einwände legen Sie im Prompt eine feste Reaktion fest. Bei "Kein Interesse" oder "Nicht mehr anrufen" beendet er das Gespräch freundlich und gibt den Widerspruch weiter.
Wann übergibt der Agent an einen Menschen?
Wenn Sie es im Prompt festlegen, etwa bei ausdrücklichem Wunsch, bei Beschwerden, bei größeren Aufträgen oder wenn er die Antwort nicht kennt. Am Telefon verbindet er dann mit einer Rufnummer Ihres Teams. Eine automatische Erkennung von Emotionen gibt es bei EchoCall nicht.
Kann ich Kampagnen aus meinem CRM oder meiner Software starten?
Ja, über die EchoCall-API. Sie legen eine Kampagne mit ihren Empfängern an, starten sie, fragen den Stand der einzelnen Anrufe ab oder brechen sie ab. Ohne Entwickler geht es mit dem CSV-Upload im Dashboard.
Was ist der Unterschied zwischen Inbound- und Outbound-Calls?
Inbound-Calls sind Anrufe, die bei Ihnen eingehen, etwa Kundenfragen oder Terminwünsche. Outbound-Calls sind Anrufe, die Ihr Unternehmen führt, etwa Terminerinnerungen, Rückrufe oder Angebote. Für Outbound gilt zusätzlich das Wettbewerbsrecht, sobald der Anruf Werbung ist. Wie ein Agent eingehende Anrufe annimmt, steht im Ratgeber zum KI-Telefonagenten.
Quellen
- § 7 UWG, Unzumutbare Belästigungen: gesetze-im-internet.de, § 7 UWG
- EchoCall, Preise: echocall.de/pricing
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 50: eur-lex.europa.eu
- Bundesnetzagentur, Unerlaubte Telefonwerbung (Rufnummernunterdrückung nach § 15 Abs. 2 TDDDG, Bußgeld bis 300.000 Euro): bundesnetzagentur.de
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 6, Art. 14 und Art. 21: eur-lex.europa.eu
- 47 CFR § 64.1200, Delivery restrictions (Anrufzeiten, Einwilligung): law.cornell.edu
- § 7a UWG, Einwilligung in Telefonwerbung: gesetze-im-internet.de, § 7a UWG
Alle Links wurden am 6. Oktober 2026 geprüft, Quelle 7 am 21. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Überarbeitet im Oktober 2026: Angaben ohne Quelle haben wir entfernt und unseren früheren Beitrag "Inbound- und Outbound-Anrufe mit KI automatisieren" in diesen Beitrag eingearbeitet.




